Februar
26

Als Backhat-Techniken sind diese gemeint, die moralisch nicht korrekt sind oder gegen bestimmte Regeln verstoßen. Diese Möglichkeiten zu kennen bietet aber für 2 Gruppen Vorteile. Für die, die diese Verfahren nutzen und die, die sich davor schützen wollen.

Daher möchte ich gerne mal etwas zur Diskussion stellen was mir bezüglich des Flugzeugabsturzes in Amsterdam aufgefallen ist. Genauso wie bei der Notlandung im Hudson war es ein Twitter-User, der als erstes hiervon berichtet hat. Daher habe ich ihn erst über die Twitterseite ab und an aufgerufen und dann auf Follow gesetzt. Dabei ist mir aufgefallen, dass seine Follower dramatisch zunehmen. Am Beginn des Ereignisses hatte er wenige Follower und 3 Updates. Dann kam dies

Airplane crash @ Schiphol Airport Amsterdam!!

Diese Meldung wurde wie die folgenden häufig wiederholt und der User wurde bekannt. Schlagartig stieg die Zahl der Follower. Nach kurzer Zeit hatte er eine 3-stellige Anzahl und am Ende des Tages standen mehr als 850 Follower in seinem Profil. Wenn man heute sein Profil aufruft folgen ihm noch 853 User. In meinen Augen ist dies eine beachtliche Anzahl und jedem sollte klar sein, dass er diese nur aufgrund des Zufalles, dass er an der Absturzstelle war und berichtete, hat.

War er aber wirklich an der Absturzstelle? Es gibt keinerlei beweise, wenn man sich lediglich das Twitterprofil ansieht. Es wurde im Gegensatz zur Notwasserung im Hudson kein Bild publiziert. Lediglich die Aussage des Absturzes und ein Retweet mit dem Hinweis, dass er vor Ort ist wurden schnell bekannt. Wenn man diesen Gedanken also zu Ende denkt, könnte man bei aktuellen Ereignissen einen User haben der schnell Follower aufbaut. Einfach ein Profil, Tweet zu dem Ereignis das man gerade gesehen hat, ReTweet mit dem eigenen Account oder einen anderen größer bekannten und schon geht es los. Keine der getroffenen Aussagen müssen ja falsch sein. Einfach nur eine Informationsweitergabe ohne Quellenhinweis.

Was man dann mit einem Account machen kann, der einen tinyurl-Link postet überlasse ich Eurer Phantasie ;)

Februar
24

Wie wohl jeder andere auch, habe ich immer wieder gute Ideen für neue Projekte. Erst kommt der Geistesblitz, dann entwickelt sich ruck zuck ein Design oder Marke vor dem geistigen Auge und kurze Zeit später hat man schon eine konkrete Vorstellung über das Projekt. Die große Frage ist nur, ob sich eine Umsetzung überhaupt lohnt. Dies kann man vorher, in der ersten Euphorie, schlecht objektiv bestimmen.

Daher hier ein paar Entscheidungshilfen:

Welche Nachhaltigkeit hat das Projekt?

Diese Frage sollte man sich auch wirklich zu erst stellen, denn viele Projekte enden bereits damit. Soll das Projekt nur eine kurze Zeit aktiv sein, dann kann man es leichter realisieren als ein Projekt welches für mehrere Jahre ausgelegt ist. Zur Not kann man sich die letzten Wochen/Monate noch “durchbeißen”. Also z.B. Projekte um eine Weltmeisterschaft, das Weihnachtsgeschäft etc. sind alle recht genau planbar.

Große Projekte die lange laufen sollen, also ohne ein definiertes Ende fordern auch entsprechende Ressourcen. Hier sollte man ganz klar abstecken ob man diese auch hat und aufbringen will. Nach Abschluss der Grundüberlegungen legt man die Idee 4-8 Wochen zur Seite und betrachtet das Projekt dann neu. Hierdurch hat sich die erste Euphorie gelegt und man kann das Thema neu, von einem anderen Winkel, betrachten. Wichtig ist, dass man nicht in die Versuchung kommt einfach die bisherigen Gedanken noch einmal aufzugreifen. Wer sich nach 4 Wochen mit dem Projekt nicht mehr identifizieren kann und voll begeistert ist wird nach 4 Monaten gar keine Freude mehr haben. Wer nicht hinter seinen Projekten engagiert steht verurteilt, so gut die Idee auch sein mag, die Projekte zum scheitern.

Ego oder Monetarisierung?

Gerade im Onlinebereich kann man schnell ein Projekt starten, welches ausschließlich dem eigenen Ego dient oder vergessen die Monetarisierung einzubauen bzw. optimal zu gestalten. Ein Projekt, dass dem Ego oder Zielen fernab der Monetarisierung dient ist nicht generell sinnlos sondern kann zum Beispiel als Referenz dienen. Man muss sich nur über die Zielsetzung bewusst sein. Will ich meine Reputation steigern, ein Thema das mich interessiert im Web publizieren oder primär Geld verdienen? Meistens ergibt sich natürlich eine Mischung hieraus, jedoch sollte ein “Primäres Ziel” fixiert sein. Am sinnvollsten sind in meinen Augen Projekte, die einen deutlichen Mehrwert für die Besucher bieten. Dann ergeben sich Einnahmen schon fast von alleine. Über die Art und Weise von Monetarisierung gibt es dann mal einen eigenen Blogpost.

Welche Ressourcen werden gebunden?

Wie häufig und wie lange muss man an dem Projekt arbeiten? Ist es eventuell schon ein Fulltime-Job? Welche technischen Begebenheiten werden benötigt? Eine Bilddatenbank für mehrere tausend Benutzer lässt sich sicher nicht in einer shared Hosting Umgebung betreiben. Im Gegensatz dazu ist ein eigener Server für eine Community, die nur im Kopf existiert, der GAU der Ressourcenplanung. Wichtig ist es möglichst genau zu wissen, was benötigt wird. Nur so kann man die gesamte Ressourcenplanung realitätsnah vornehmen und auch finanziell beurteilen. Je genauer die Planung hier ist, um so besser kann man auch die Umgebung mitwachsen lassen.

Gibt es einen Markt?

Jede gute Idee hat Anhänger, Freunde und Sympathisanten. Egal wie abwegig, dumm oder falsch ein Projekt ist wird man definitiv einige Benutzer finden, die dies richtig finden und unterstützten. Es ist wichtig den Markt ganz rational auf die Größe zu prüfen. Die Frage ist also nicht “Interessiert mein Projekt auch andere?” sondern “Wie viele interessiert mein Projekt noch?”.

Spätestens wenn es darum geht Geld zu verdienen muss man ein Projekt skalieren können. Wenn ich heute schon eine Obergrenze von mehreren hundert Besuchern ausmachen kann muss ich auch die Umgebung so planen. Keine Visionen, welche Möglichkeiten theoretisch alle möglich sind, sondern knallharte Fakten der Dinge, die wirklich gebraucht werden. Gerade aktuelle (“Web2.0“-)Unternehmungen zeigen, dass manchmal weniger mehr ist.

Gerade wenn man sich eine Nische sucht, bei der zwar weniger Besucher anzutreffen sind, aber daher auch kein so großer Wettbewerb stattfindet, sollte man an die Randgruppen denken. Wer über Hannoveraner (Pferd) eine Webseite macht, sollte einplanen das man auch durch andere Züchtungen wie dem Trakehner wachsen kann. Vielleicht wird damit das kleine Projekt über Hannoveraner ja die Anlaufstelle für Pferdeinteressierte ;)

Welche Mitbewerber gibt es?

Ist das Projekt konkurrenzlos aufgestellt? Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch! Nichts ist besser als sich auf einer grünen Wiese positionieren zu dürfen und den kommenden Mitbewerbern die Richtung vorzugeben. Meistens ist es aber so, dass ein Markt schon erschlossen ist. Dies muss aber nicht unbedingt ein Nachteil sein. Wichtig ist, welcher der Mitbewerber erfolgreich ist und welcher nicht. Einhergehend auch gleich die Frage: Warum das so ist?

Wer eine gute Idee zu einem Markt hat, der völlig überlaufen ist sollte sich ganz genau überlegen ob die Idee wirklich so sensationell ist. Gab es diese vielleicht schon einmal und ist sie gescheitert? Wenn ja warum? Bestehen die Kriterien heute noch? Hat das Projekt überhaupt eine Chance sich gegenüber den Mitbewerbern zu positionieren? Vielleicht auch nur in einer kleinen Nische? Wer heute morgen aufgewacht ist und gedacht hat “Autos mit geringem Kraftstoffverbrauch, dass baut bisher kaum einer” sollte überlegen ob das wirklich die paar Milliarden wert ist die unter dem Kopfkissen liegen.