Juni
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Umgang mit Referenzen

Posted In: Allgemeines by SEOTom

Der Umgang mit Referenzen ist immer etwas schwierig. Man möchte zeigen, was man kann (also gemacht hat) aber natürlich immer nur das Beste. Es soll die Werbeunterstreichung sein. Das Aushängeschild für Qualität. referenzen1

Aber wer schon einmal auf (Werbe-)Agenturseiten gesurft ist wird feststellen, dass große Firmen wie Adidas, Siemens, Mercedes Benz, Du Pont und wie sie alle heißen bei fast jeder Agentur Kunde sind. Ist das denn so oder wird man hier eiskalt angelogen? Weder noch. Viele Konzerne vergeben Aufgaben in eigene (Teil-)Betriebe und Abteilungen um projektorientiert eine Aufgabe umsetzen zu lassen. Da kann es durchaus sein, dass Firma A mal ein halbes Jahr für Mercedes und danach ein Jahr für Du Pont arbeitet. Nebenbei wird ein Flyer für Adidas erstellt und TADA! fertig ist die Referenzliste. Natürlich werden wir lieber Adidas schreiben als “Adidas Finanz- und Vorsorge für alleinerziehnde Mütter GmbH”. Wir reden hier jedoch von einen Unternehmen mit über 100 Tocherunternehmen.

Bleibt also die Sache, dass wenn wir eine Firma ins Spiel bringen wollen, auch das passende Projekt genannt werden sollte. Genau hier kriegt dann der SEO Bauchschmerzen, denn warum sollte man genau sagen was man für wen gemacht hat? Was sagt auch Tante Google dazu, wenn wir erzählen welche Projekte evtl. nur durch uns gepuscht sind? Vor Google hätte ich im Whitehat Kundenbereich keine Angst, aber meiner Konkurrenz muss ich nicht wirklich alles sagen ;)

Ein weiterer Fallstrick ist die Vielfältigkeit. Viele Entscheider kann man aktiv bei Referenzen begeistern, wenn viele völlig unterschiedliche Dinge dargestellt werden. Natürlich müssen alle dennoch ein Top-Niveau entsprechen. Aber wer nicht gerade in einem Konzern zu Hause ist sondern eher im 1-10 Mann Betrieb KANN das gar nicht leisten. Viele Referenzen immer nach dem gleichen Muster, oder viele verschiedene Projekte für immer die gleichen Kunden schrecken aber meistens ab. Sie werfen Fragen auf wie “Kann der nur das?”, “Hat der nur die 2 Kunden?”. Diese werden nicht einmal laut ausgesprochen sondern sind in der Regel ein indirekt Entscheidungsprozeß.

Aus diesen Gründen kann Weniger manchmal wirklich mehr sein. Was spricht zum Beispiel dagegen zu veröffentlichen, dass man auf Wunsch gerne einen Kontakt zu bestehenden Kunden herstellt? Natürlich müssen das die Kunden dann auch wollen. Oder man zeigt ein paar ausgewählte Referenzen in einem ersten Treffen und verliert ein paar Worte dazu. Auch “anonymisierte” Kundenmeinungen helfen oft ein gewisses Vertrauen zu transportieren. Mit 1-2 Sätzen einer realen Person wirkt eine “… alleinerziehnde Mütter GmbH” auch ganz anders als nur das Logo.

Daher ruhig mal die aktiven Kunden fragen, ob man eine “Stimme” für die Webseite bekommt oder man einen Kontakt herstellen darf, wenn der eigene Kunde fragt. In der Regel sind Eure Kunden auch dazu bereit. Wenn Ihr gute Arbeit abgebt sind die Kunden von Euch überzeugt und empfehlen Euch weiter. Da ist es meist nur eine schnelles “JA, na klar!” auf die Frage “Dürfte ich Sie als zufriedenen Kunden nennen, wenn ein Kunde danach fragt? Würden Sie dem das auch bestätigen?” Und machen wir uns doch nichts vor: Der Kunde fühlt sich geschmeichelt ;) Daher ist es für beide eine Win-Win Situation und keine Werbemaßnahme ist effektiver als die direkte Empfehlung.

Mai
22

Manchmal wundere ich mich wie manche Twitterer Follower “sammeln”. Immer öfter liest man davon, dass jemand Follower sucht oder ein Tool vorstellt mit dem man mehr Follower generieren kann. 100 Follower mehr am Tag oder 2500 Follower im ersten Monat als EBooks sind keine Seltenheit mehr. Auch “Marketingkampangen” werden nun so auf Twitter ausgelegt. Es müssten Werbebotschaften auf x-tausend User abgeladen werden.

Liebe Strategen und Freunde des oldschool Marketing: So funktioniert Twitter nicht!

Selbstverständlich kann ich ein Script nehmen, welches pro Minute 100 neuen Profilen folgt und davon vielleicht 1% ein Autofollow generieren. Dann hab ich am Ende des Tages vielleicht auch 1440 Nutzer die dem Spam Profil folgen. Aber lesen diese das auch? Nö! Und warum nicht? Weil sie Euch nicht aktiv beachten, denn sonst hätten Sie Euch nicht gefollowt. Dafür nervt Ihr nun das System mit lästigen Werbebotschaften die keiner lesen will.

Twitter kann man nur sozial nutzen. Legt Euch also ein Profil an und startet Aktionen. Bringt die Menschen dazu das sie Euch aktiv von sich aus folgen. Streut hier und da mal einen guten Tip ein und bieten Ihnen einen Mehrwert. Dann werden Eure anfangs wenige Follower Euch auch weiterempfehlen und erst dann habt Ihr Erfolg.

Die Web 1.0 Werbebotschaft wird vielleicht noch der ein oder andere Follower lesen, aber trackt Ihr Eure Links? Wenn man sich den Spaß macht und mal ein paar Tausend neue Follower auf sein Profil “zieht” um denen einen Link mitzugeben wird man ernüchtern feststellen, dass eine Zeitungsanzeige mehr bringt (einstellige Klickraten).

Wer Twittert nutzt kennt zumindest das Internet schon ein wenig und wird sehr wahrscheinlich. Diese Leute wollen nicht noch mehr Spam. Sie wollen nicht auf “kostenlose Produktsuche unter http….” klicken. Sie wollen keine “jetzt mit Twitter Geld verdienen” lesen.

Wer also mit Twitter Geld verdienen möchte sollte dem Benutzer einen Mehrwert bieten können. Die Möglichkeiten sind hier vielfältig und vorallem einfach. Nur muss man sich eben von der Marketingstrategie “Email-Spam wird doch gelesen” lösen.

April
13

SEOs besitzen je einen gewissen Trieb (fast) alles unter dem Gesichtspunkt der Verwertbarkeit zu prüfen. Alles was man sieht wird innerhalb von Sekunden auf “Gute Idee, verwendbar etc.” abgeklopft. So dürfte jeder einen Haufen potentieller Projekte in der Schublade liegen haben. Die nur darauf warten umgesetzt zu werden.

Wie wohl auch jeder mitbekommen hat, war vor kurzem der NATO-Gipfel zum Teil auch auf deutschen Boden statt. In Rahmen dessen war ich lange Zeit für das THW unterwegs und auch vor Ort eingesetzt. In einer der Vorbesprechungen wurde klar kommuniziert, dass ein Beteiligung nicht vor dem Gipfel nach außen getragen werden sollte. Diesen Umstand und die Tatsache, dass wir während der Aktionstage ein hohes Arbeitsaufkommen hatten habe ich genutzt einfach mal völlig von der “normalen” Welt abzuschalten.

In meinen Augen hat dies meine Sichtweise auf manche “Schubladenprojekte” deutlich positiv verändert. Während einige Projekte deutlich als “zu SEO-affin” in Ihrer Priorität drastisch zurückgestuft wurden, sind 2 Projekte mit “Warum habe ich das nicht vorhergesehen?” als Gelddruckwerke neu eingestuft. Manchmal hat man einfach Schätze liegen die man aufgrund seiner eigenen eingeschränkten Sichtweise nicht sieht.

Daher habe ich mir nun vorgenommen Projekte regelmäßig zu bewerten. Einfach für jedes Vorhaben ein Arbeitsblatt mit Zielsetzung, Projektbeschreibung und Monetarisierungsstrategie. Wer schon einmal auf so etwas nach ein paar Monaten einen Blick geworfen hat wird wohl immer eine kleine Verbesserung gefunden haben. Ich denke, wenn man einmal den richtigen Abstand gefunden hat sieht man die Projekte mit völlig anderen Augen und übersieht nicht mehr seine Schätze.

Februar
24

Wie wohl jeder andere auch, habe ich immer wieder gute Ideen für neue Projekte. Erst kommt der Geistesblitz, dann entwickelt sich ruck zuck ein Design oder Marke vor dem geistigen Auge und kurze Zeit später hat man schon eine konkrete Vorstellung über das Projekt. Die große Frage ist nur, ob sich eine Umsetzung überhaupt lohnt. Dies kann man vorher, in der ersten Euphorie, schlecht objektiv bestimmen.

Daher hier ein paar Entscheidungshilfen:

Welche Nachhaltigkeit hat das Projekt?

Diese Frage sollte man sich auch wirklich zu erst stellen, denn viele Projekte enden bereits damit. Soll das Projekt nur eine kurze Zeit aktiv sein, dann kann man es leichter realisieren als ein Projekt welches für mehrere Jahre ausgelegt ist. Zur Not kann man sich die letzten Wochen/Monate noch “durchbeißen”. Also z.B. Projekte um eine Weltmeisterschaft, das Weihnachtsgeschäft etc. sind alle recht genau planbar.

Große Projekte die lange laufen sollen, also ohne ein definiertes Ende fordern auch entsprechende Ressourcen. Hier sollte man ganz klar abstecken ob man diese auch hat und aufbringen will. Nach Abschluss der Grundüberlegungen legt man die Idee 4-8 Wochen zur Seite und betrachtet das Projekt dann neu. Hierdurch hat sich die erste Euphorie gelegt und man kann das Thema neu, von einem anderen Winkel, betrachten. Wichtig ist, dass man nicht in die Versuchung kommt einfach die bisherigen Gedanken noch einmal aufzugreifen. Wer sich nach 4 Wochen mit dem Projekt nicht mehr identifizieren kann und voll begeistert ist wird nach 4 Monaten gar keine Freude mehr haben. Wer nicht hinter seinen Projekten engagiert steht verurteilt, so gut die Idee auch sein mag, die Projekte zum scheitern.

Ego oder Monetarisierung?

Gerade im Onlinebereich kann man schnell ein Projekt starten, welches ausschließlich dem eigenen Ego dient oder vergessen die Monetarisierung einzubauen bzw. optimal zu gestalten. Ein Projekt, dass dem Ego oder Zielen fernab der Monetarisierung dient ist nicht generell sinnlos sondern kann zum Beispiel als Referenz dienen. Man muss sich nur über die Zielsetzung bewusst sein. Will ich meine Reputation steigern, ein Thema das mich interessiert im Web publizieren oder primär Geld verdienen? Meistens ergibt sich natürlich eine Mischung hieraus, jedoch sollte ein “Primäres Ziel” fixiert sein. Am sinnvollsten sind in meinen Augen Projekte, die einen deutlichen Mehrwert für die Besucher bieten. Dann ergeben sich Einnahmen schon fast von alleine. Über die Art und Weise von Monetarisierung gibt es dann mal einen eigenen Blogpost.

Welche Ressourcen werden gebunden?

Wie häufig und wie lange muss man an dem Projekt arbeiten? Ist es eventuell schon ein Fulltime-Job? Welche technischen Begebenheiten werden benötigt? Eine Bilddatenbank für mehrere tausend Benutzer lässt sich sicher nicht in einer shared Hosting Umgebung betreiben. Im Gegensatz dazu ist ein eigener Server für eine Community, die nur im Kopf existiert, der GAU der Ressourcenplanung. Wichtig ist es möglichst genau zu wissen, was benötigt wird. Nur so kann man die gesamte Ressourcenplanung realitätsnah vornehmen und auch finanziell beurteilen. Je genauer die Planung hier ist, um so besser kann man auch die Umgebung mitwachsen lassen.

Gibt es einen Markt?

Jede gute Idee hat Anhänger, Freunde und Sympathisanten. Egal wie abwegig, dumm oder falsch ein Projekt ist wird man definitiv einige Benutzer finden, die dies richtig finden und unterstützten. Es ist wichtig den Markt ganz rational auf die Größe zu prüfen. Die Frage ist also nicht “Interessiert mein Projekt auch andere?” sondern “Wie viele interessiert mein Projekt noch?”.

Spätestens wenn es darum geht Geld zu verdienen muss man ein Projekt skalieren können. Wenn ich heute schon eine Obergrenze von mehreren hundert Besuchern ausmachen kann muss ich auch die Umgebung so planen. Keine Visionen, welche Möglichkeiten theoretisch alle möglich sind, sondern knallharte Fakten der Dinge, die wirklich gebraucht werden. Gerade aktuelle (“Web2.0“-)Unternehmungen zeigen, dass manchmal weniger mehr ist.

Gerade wenn man sich eine Nische sucht, bei der zwar weniger Besucher anzutreffen sind, aber daher auch kein so großer Wettbewerb stattfindet, sollte man an die Randgruppen denken. Wer über Hannoveraner (Pferd) eine Webseite macht, sollte einplanen das man auch durch andere Züchtungen wie dem Trakehner wachsen kann. Vielleicht wird damit das kleine Projekt über Hannoveraner ja die Anlaufstelle für Pferdeinteressierte ;)

Welche Mitbewerber gibt es?

Ist das Projekt konkurrenzlos aufgestellt? Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch! Nichts ist besser als sich auf einer grünen Wiese positionieren zu dürfen und den kommenden Mitbewerbern die Richtung vorzugeben. Meistens ist es aber so, dass ein Markt schon erschlossen ist. Dies muss aber nicht unbedingt ein Nachteil sein. Wichtig ist, welcher der Mitbewerber erfolgreich ist und welcher nicht. Einhergehend auch gleich die Frage: Warum das so ist?

Wer eine gute Idee zu einem Markt hat, der völlig überlaufen ist sollte sich ganz genau überlegen ob die Idee wirklich so sensationell ist. Gab es diese vielleicht schon einmal und ist sie gescheitert? Wenn ja warum? Bestehen die Kriterien heute noch? Hat das Projekt überhaupt eine Chance sich gegenüber den Mitbewerbern zu positionieren? Vielleicht auch nur in einer kleinen Nische? Wer heute morgen aufgewacht ist und gedacht hat “Autos mit geringem Kraftstoffverbrauch, dass baut bisher kaum einer” sollte überlegen ob das wirklich die paar Milliarden wert ist die unter dem Kopfkissen liegen.