August
28

Durch eine Auftragsanfrage bin ich auf das heute Thema bekommen beziehungsweise möchte Euch das gerne ans Herz legen. Immer wieder scheitern in meinen Augen gute Ideen am fehlenden Konzept oder Grundgedanken zur Refinanzierung. Wer eine Webseite zum Spaß betreiben will und keinen Anspruch hat erfolgreich zu sein oder viele Benutzer zu erreichen: Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg! Du bist auf dem richtigen Weg.

Wer jedoch eine kommerzielle Seite plant, skalieren will oder schlicht weg sein Projekt als Business sieht: Mach Dir Gedanken wie Du von dem Projekt lebst und nicht wie Du es finanzierst. Es streuben sich mir generell die Nackenhaare, wenn ich höre “das trägt sich dann durch Werbung”, “die Firmen können Ihre Produkte anbieten”, “eine Premiummitgliedschaft kostet x Euro und dafür gibt es … vergünstigte Preise im Shop …” und und und

Sicherlich ist der Grundgedanke richtig. Man kann ein Projekt durch Werbung finanzieren. Nein, man sogar gut davon leben. Aber dazu muss man auch die entsprechenden Werbepartner und Besucher haben. Genau darum sollte man sich aber vor der Umsetzung Gedanken machen.

Stellt Euch dazu ein paar einfache Fragen:

  • Wer soll auf meinen Seiten werben?
  • Was hat derjenige davon?
  • Wie viel kostet demjenigen die Werbung?
  • Welchen Gewinn macht er mit der Werbung?
  • Welches Risiko geht mein potentieller Werbepartner ein?

Firmen machen nicht Werbung, weil sie es toll finden, gerne Geld ausgeben oder es jeder macht. Sie versprechen sich einen nutzen und der ist ganz klar “mehr Absatz”, “größere Gewinne” und/oder “Imagegewinn”. Wenn Ihr ein neues Projekt startet wird das letzte wohl für Eure Werbepartner interessant sein. Also bleibt, dass er durch Werbung auf Euren Seiten den Absatz erhöht und mehr einnimmt als die Werbung bei Euch kostet.

Ihr solltet also Eure Projekte auch mal aus der Sicht der potentiellen Werbepartner sehen. Dabei aber auch ehrlich oder noch besser pessimistisch sein. Wenn Ihr Eure Werbung direkt vermarkten wollt stellt Euch auf gemeine Fragen ein. Macht Euer Projekt mal richtig fertig. Was alles schiefgehen kann, was ist wenn sich die Besucher doch nicht einfinden, wenn keiner auf die Banner klickt, der Server mal 2 Tage ausfällt…. Wer das einmal gemacht hat sieht sein Projekt meist mit anderen Augen, denn sicherlich ist man von seinen Ideen überzeugt. Ihr tut Euch bloß keinen Gefallen, wenn Ihr die Realität ausblendet.

Gibt es das Projekt vielleicht in ähnlicher Form? Wenn ja, warum sollten die Nutzer von der anderen Seite zu Euch wechseln? WARUM? Nicht weil ihr netter, jünger oder besser seit! Nein, ich müsst einen klaren Mehrwert bieten den andere Projekte nicht haben. Dann seit Ihr auf dem richtigen Weg Werbepartner zu gewinnen und auch halten zu können.

Natürlich gibt es auch Alternativen zu der Direktwerbung. Ich führe sie bei so etwas immer gerne als erste Instanz an, weil sie die Akzeptanz im Markt besser widerspiegelt als andere Verfahren. Zudem hat meiner Erfahrung nach direkt akquirierte Werbung den Vorteil, dass man höhere Einnahmen erzielt und meist eine längere Partnerschaft eingeht.

Das genaue Gegenteil hat man zum Beispiel bei Google AdSense. Hier kann man mit wenigen Zeilen Code einen contextsensitiven (also auf den Inhalt bezogenen) Werbeblock einbinden. Ändern sich die Inhalte, ändert sich die Werbung. Unser Freund Google kümmert sich um die Werbepartner und Vergütung. Man muss nur noch jeden Monat auf die Überweisung warten. Wenn man denn genügend Klicks erzielt. Nein, ich meine nicht die Klicks die Ihr macht (was Ihr sicherlich nicht machen würdet), sondern die der Besucher. Je mehr Besucher, je mehr Klicks, je mehr Einnahmen. Ein völlig simples Modell. Darum nehmen es auch so viele. Der Nachteil ist natürlich nicht weit. Dafür, dass Ihr keine Arbeit habt sind die Einnahmen auch nicht so hoch. Zudem reichen Views oder die existenz des Banners nicht aus. Es muss real geklickt werden, damit Ihr was verdient. Keine Klicks, keine Einnahmen. Wenige Klicks pro x Besucher ergibt eventuell sogar einen Verlust, da Euer Traffic teurer ist als die erzielten Einnahmen. OK das wäre schon sehr extrem. Aber gerade bei Google Adsense und andere klickbasierte Werbeformen kommt es auf die Platzierung der Werbeblöcke an.

Ein Werbeblock am Ende der Seite fällt nicht nur nicht auf, sondern wird auch nicht angeklickt. Daher ist der Anspruch den viele (glücklicherweise) haben dezent Werbung einzubinden ein zweischneidiges Schwert. Selber habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein Skyskraper auf der linken Seiten mit die besten Klicks bringt. Auch Werbeblöcke im Text selber werden gerne geklickt, wobei man es hier eben genau ausbalancieren muss was to much ist. Eine Anzeige mitten im interessanten Text führt eher zu einem schnellen Scrollen bis der Text weiter geht und wird gar nicht wahrgenommen. Besser ist es einen Absatz thematisch abzuschließen und dann die Werbung zu platzieren. So sieht der Leser, der bisher interessiert ist, dass es weitergeht und nimmt Eure Werbung gut wahr. Hier besteht auch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Benutzer noch einmal wiederkommt, falls er ausversehen auf die Werbung geklickt hat und doch eigentlich den Text noch zu Ende lesen wollte.

Ein guter Weg mit Werbung ist auch ein Blick in die Affiliatenetzwerke. Hier findet Ihr je nach Netzwerk einen Haufen Partnerprogramme und könnt Euch passende Artikel zu Eurem Projekt raussuchen. Wichtig hierbei ist vorallem, dass Ihr Produkte wählt die Eure Zielgruppe auch kaufen/nutzen würde. Affliate Marketing ist für Euch nur empfehlenswert, wenn Ihr auch reale Umsätze erzielen könnt. Views oder Klicks zählen hier nicht oder kaum. Dafür ist die performance bassierte Abrechnungsart aber ein Mittelweg zwischen der Eigenaquise von Werbepartnern und dem Adsense-Programm. Zudem erhaltet Ihr, wenn Ihr Verkäufe erzielt auch gute Provisionen.

August
6

Gestern bin ich auf ein wirklich gutes Beispiel für eine virale Kampange gestoßen, welches ich Euch nicht vorenthalten möchte. Unter http://www.megawoosh.com findet Ihr die Webseite des Projekts. Ganz klar werden hier ja auch kommerzielle Interessen verfolgt, aber mit der Art und Weise wirkt das Ganze sympathisch und persönlich. Es ist der Bruno der Dir die Welt erklärt und eine persönliche Beziehung aufbaut und sein Vorhaben erklärt.

Das Ziel ist es so gesehen eine Wasserrutsche zu bauen und zu betreiben, die es sonst bisher nicht gibt. Hierfür braucht man natürlich entsprechende Investoren und vorallem echtes Geld. Nun ist das bisher nicht spektakulär und viele haben solche Gespinnste. Den Höhepunkt und damit Auslöser zum viralen Erfolg, denn das wird er bestimmt, hat er zur Zeit mit folgendem Video gelegt:

Begleitet wird dies durch seine Webseite unter einem einprägsamen Namen mit der Möglichkeit über Email, Twitter, Digg und vielem mehr dieses Video zu verbreiten. Natürlich auch auf YouTube, wie ich es hier eingebunden habe, was eine eigene Zielgruppe anspricht und zudem Bandbreite spart. Da dieses Experiment wirklich atemberaubend ist wird es sich schnell im Web verbreiten und es ist in meinen Augen nur eine Frage von wenigen Wochen, wann es im TV zu sehen ist. Neben kleinen Reportagen, schlechten NewsNachrichtensendern, den “Fake Checks” und “Videoportal”-Sparten wird es den Sprung in die Printpress haben und eine Menge Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Zudem sammelt es eine Menge Links ein, was ideal für eine künftige Plattform des Betreibers der Anlage ist.

Wenn Ihr also Marketing macht, so sieht ein sehr gutes Beispiel aus.

Aktuell “kennt” Google Megawoosh noch nicht und findet gerade mal 525 Treffer. In wohl sehr kurzer Zeit wird sich das auf “einige” Tausend erhöhen. Warten wir es mal ab:

Megawoosh

April
13

SEOs besitzen je einen gewissen Trieb (fast) alles unter dem Gesichtspunkt der Verwertbarkeit zu prüfen. Alles was man sieht wird innerhalb von Sekunden auf “Gute Idee, verwendbar etc.” abgeklopft. So dürfte jeder einen Haufen potentieller Projekte in der Schublade liegen haben. Die nur darauf warten umgesetzt zu werden.

Wie wohl auch jeder mitbekommen hat, war vor kurzem der NATO-Gipfel zum Teil auch auf deutschen Boden statt. In Rahmen dessen war ich lange Zeit für das THW unterwegs und auch vor Ort eingesetzt. In einer der Vorbesprechungen wurde klar kommuniziert, dass ein Beteiligung nicht vor dem Gipfel nach außen getragen werden sollte. Diesen Umstand und die Tatsache, dass wir während der Aktionstage ein hohes Arbeitsaufkommen hatten habe ich genutzt einfach mal völlig von der “normalen” Welt abzuschalten.

In meinen Augen hat dies meine Sichtweise auf manche “Schubladenprojekte” deutlich positiv verändert. Während einige Projekte deutlich als “zu SEO-affin” in Ihrer Priorität drastisch zurückgestuft wurden, sind 2 Projekte mit “Warum habe ich das nicht vorhergesehen?” als Gelddruckwerke neu eingestuft. Manchmal hat man einfach Schätze liegen die man aufgrund seiner eigenen eingeschränkten Sichtweise nicht sieht.

Daher habe ich mir nun vorgenommen Projekte regelmäßig zu bewerten. Einfach für jedes Vorhaben ein Arbeitsblatt mit Zielsetzung, Projektbeschreibung und Monetarisierungsstrategie. Wer schon einmal auf so etwas nach ein paar Monaten einen Blick geworfen hat wird wohl immer eine kleine Verbesserung gefunden haben. Ich denke, wenn man einmal den richtigen Abstand gefunden hat sieht man die Projekte mit völlig anderen Augen und übersieht nicht mehr seine Schätze.

Februar
24

Wie wohl jeder andere auch, habe ich immer wieder gute Ideen für neue Projekte. Erst kommt der Geistesblitz, dann entwickelt sich ruck zuck ein Design oder Marke vor dem geistigen Auge und kurze Zeit später hat man schon eine konkrete Vorstellung über das Projekt. Die große Frage ist nur, ob sich eine Umsetzung überhaupt lohnt. Dies kann man vorher, in der ersten Euphorie, schlecht objektiv bestimmen.

Daher hier ein paar Entscheidungshilfen:

Welche Nachhaltigkeit hat das Projekt?

Diese Frage sollte man sich auch wirklich zu erst stellen, denn viele Projekte enden bereits damit. Soll das Projekt nur eine kurze Zeit aktiv sein, dann kann man es leichter realisieren als ein Projekt welches für mehrere Jahre ausgelegt ist. Zur Not kann man sich die letzten Wochen/Monate noch “durchbeißen”. Also z.B. Projekte um eine Weltmeisterschaft, das Weihnachtsgeschäft etc. sind alle recht genau planbar.

Große Projekte die lange laufen sollen, also ohne ein definiertes Ende fordern auch entsprechende Ressourcen. Hier sollte man ganz klar abstecken ob man diese auch hat und aufbringen will. Nach Abschluss der Grundüberlegungen legt man die Idee 4-8 Wochen zur Seite und betrachtet das Projekt dann neu. Hierdurch hat sich die erste Euphorie gelegt und man kann das Thema neu, von einem anderen Winkel, betrachten. Wichtig ist, dass man nicht in die Versuchung kommt einfach die bisherigen Gedanken noch einmal aufzugreifen. Wer sich nach 4 Wochen mit dem Projekt nicht mehr identifizieren kann und voll begeistert ist wird nach 4 Monaten gar keine Freude mehr haben. Wer nicht hinter seinen Projekten engagiert steht verurteilt, so gut die Idee auch sein mag, die Projekte zum scheitern.

Ego oder Monetarisierung?

Gerade im Onlinebereich kann man schnell ein Projekt starten, welches ausschließlich dem eigenen Ego dient oder vergessen die Monetarisierung einzubauen bzw. optimal zu gestalten. Ein Projekt, dass dem Ego oder Zielen fernab der Monetarisierung dient ist nicht generell sinnlos sondern kann zum Beispiel als Referenz dienen. Man muss sich nur über die Zielsetzung bewusst sein. Will ich meine Reputation steigern, ein Thema das mich interessiert im Web publizieren oder primär Geld verdienen? Meistens ergibt sich natürlich eine Mischung hieraus, jedoch sollte ein “Primäres Ziel” fixiert sein. Am sinnvollsten sind in meinen Augen Projekte, die einen deutlichen Mehrwert für die Besucher bieten. Dann ergeben sich Einnahmen schon fast von alleine. Über die Art und Weise von Monetarisierung gibt es dann mal einen eigenen Blogpost.

Welche Ressourcen werden gebunden?

Wie häufig und wie lange muss man an dem Projekt arbeiten? Ist es eventuell schon ein Fulltime-Job? Welche technischen Begebenheiten werden benötigt? Eine Bilddatenbank für mehrere tausend Benutzer lässt sich sicher nicht in einer shared Hosting Umgebung betreiben. Im Gegensatz dazu ist ein eigener Server für eine Community, die nur im Kopf existiert, der GAU der Ressourcenplanung. Wichtig ist es möglichst genau zu wissen, was benötigt wird. Nur so kann man die gesamte Ressourcenplanung realitätsnah vornehmen und auch finanziell beurteilen. Je genauer die Planung hier ist, um so besser kann man auch die Umgebung mitwachsen lassen.

Gibt es einen Markt?

Jede gute Idee hat Anhänger, Freunde und Sympathisanten. Egal wie abwegig, dumm oder falsch ein Projekt ist wird man definitiv einige Benutzer finden, die dies richtig finden und unterstützten. Es ist wichtig den Markt ganz rational auf die Größe zu prüfen. Die Frage ist also nicht “Interessiert mein Projekt auch andere?” sondern “Wie viele interessiert mein Projekt noch?”.

Spätestens wenn es darum geht Geld zu verdienen muss man ein Projekt skalieren können. Wenn ich heute schon eine Obergrenze von mehreren hundert Besuchern ausmachen kann muss ich auch die Umgebung so planen. Keine Visionen, welche Möglichkeiten theoretisch alle möglich sind, sondern knallharte Fakten der Dinge, die wirklich gebraucht werden. Gerade aktuelle (“Web2.0“-)Unternehmungen zeigen, dass manchmal weniger mehr ist.

Gerade wenn man sich eine Nische sucht, bei der zwar weniger Besucher anzutreffen sind, aber daher auch kein so großer Wettbewerb stattfindet, sollte man an die Randgruppen denken. Wer über Hannoveraner (Pferd) eine Webseite macht, sollte einplanen das man auch durch andere Züchtungen wie dem Trakehner wachsen kann. Vielleicht wird damit das kleine Projekt über Hannoveraner ja die Anlaufstelle für Pferdeinteressierte ;)

Welche Mitbewerber gibt es?

Ist das Projekt konkurrenzlos aufgestellt? Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch! Nichts ist besser als sich auf einer grünen Wiese positionieren zu dürfen und den kommenden Mitbewerbern die Richtung vorzugeben. Meistens ist es aber so, dass ein Markt schon erschlossen ist. Dies muss aber nicht unbedingt ein Nachteil sein. Wichtig ist, welcher der Mitbewerber erfolgreich ist und welcher nicht. Einhergehend auch gleich die Frage: Warum das so ist?

Wer eine gute Idee zu einem Markt hat, der völlig überlaufen ist sollte sich ganz genau überlegen ob die Idee wirklich so sensationell ist. Gab es diese vielleicht schon einmal und ist sie gescheitert? Wenn ja warum? Bestehen die Kriterien heute noch? Hat das Projekt überhaupt eine Chance sich gegenüber den Mitbewerbern zu positionieren? Vielleicht auch nur in einer kleinen Nische? Wer heute morgen aufgewacht ist und gedacht hat “Autos mit geringem Kraftstoffverbrauch, dass baut bisher kaum einer” sollte überlegen ob das wirklich die paar Milliarden wert ist die unter dem Kopfkissen liegen.